30 Jahre Prophix: Grund zum Feiern!
Foto: Chris Lawton | Unsplash

30 Jahre Prophix – die Reise geht weiter

2017 ist ein besonderes Jahr für Prophix: Das kanadische Software-Unternehmen wird 30 Jahre alt. Paul Barber, CEO und Mitbegründer, blickt zurück auf die prägenden Momente.

Runde Geburtstage sind ein guter Anlass, um kurz inne zu halten und eine Bestandsaufnahme zu machen: Was habe ich bisher alles erlebt? Wie sieht die Zukunft aus? 2017 ist so ein Jahr für Prophix: Wir feiern 30 Jahre Firmengeschichte. Seit unserer Gründung ist einiges passiert und in vielerlei Hinsicht ist das Unternehmen von heute ein gänzlich anderes als vor 30 Jahren.

Da die allermeisten von Ihnen Prophix noch nicht annähernd so lange kennen, lade ich Sie hiermit ein, den wohl längsten Blog-Post zu lesen, den wir bisher veröffentlicht haben. Los geht’s!

Wie alles begann

1987: Das World Wide Web gab es noch nicht, die meisten PCs waren nicht Teil eines Netzwerks und die Diskette war das dominante externe Speichermedium. Wie Sie sicher schon erraten haben, war das das Jahr unserer Firmengründung. „EPS Software Consultants“ – auf diesen Namen tauften wir damals das Unternehmen, das Sie heute als Prophix Software kennen.

Anders als heute waren wir zu Beginn ein reiner Software-Distributor. Unser Unternehmen war eine Ausgründung von Thorn EMI Computer Software mit dem Ziel, den kanadischen Markt als exklusiver Vertriebspartner zu bedienen.

Die Software, die wir anboten, hieß FCS und wurde vom britischen Hersteller EPS, einer Tochter von Thorn EMI, entwickelt. Das Anwendungsgebiet dieser Lösung? Planung, Berichterstattung und Konsolidierung – also genau das, was wir heute gemeinhin als Corporate Performance Management (CPM) bezeichnen. (Der Begriff „CPM“ existierte damals übrigens noch gar nicht. Man könnte also sagen, dass wir schon CPM-Software verkauft haben, bevor es CPM gab.)

Lotus 1-2-3 for DOS3
So ging Tabellenkalkulation vor 30 Jahren: Lotus 1-2-3 für DOS 3

Doch nicht nur unser Geschäftsmodell und Name waren damals anders, auch die Hardware-Situation unserer Kunden. Obwohl die PC-Technologie (genauer gesagt, IBM-PC-kompatible Computer) in den 80ern große Schritte gemacht hatte, hatte sie nicht mal im Ansatz ihre heutige, dominante Stellung inne. Der Grund: PCs waren schlichtweg nicht leistungsstark genug, um alle Aufgaben, vor allem in großen Unternehmen, zu erfüllen. Infolge waren ihnen die einfachen Tätigkeiten vorbehalten, z.B. Textverarbeitung und Tabellenkalkulationen wie Lotus 1-2-3.

Raus aus den Kinderschuhen

Nachdem wir bei EPS einige Jahre erfolgreich als Distributor gearbeitet hatten, schloss sich Thorn EMI Computer Software Mitte der 90er mit einer Firma namens „Pilot“ aus Boston zusammen. Pilot verkaufte damals einfach zu bedienende BI-Software zur Visualisierung von Unternehmensdaten. Die Folge dieses Zusammenschlusses für uns war, dass wir ab sofort auch BI-Software von Pilot verkauften. Doch Veränderung lag in der Luft.
PCs waren mittlerweile leistungsfähig genug, um als Plattform für CPM-Software infrage zu kommen. Wir entschieden wir daher, eine eigene Lösung zu entwickeln: ein Finanzplanungs- und Reportingsystem für PCs. Unser erstes eigenes Produkt basierte auf Technologie von Pilot. 1998 verkauften wir es an unsere ersten Kunden.

Zeit für einen neuen Namen

Sie fragen sich jetzt womöglich, ob unsere Software von Anfang an (also ab 1998) Prophix hieß. Wenn Sie sich noch an Business-Software aus dieser Epoche erinnern können, wissen Sie sicher, dass gefühlt alle ernstzunehmenden Lösungen damals irgendwie eine Jahreszahl im Namen trugen. Vielleicht, um zu signalisieren, dass wir unserer Zeit voraus waren, nannten wir unsere Software jedenfalls bereits 1998 „Budget 2000“.

Doch wie die meisten Trends wurde war auch dieser irgendwann wieder passé. Anders als Microsoft Office hatten wir nicht ständig unseren Produktnamen an das aktuelle Jahr angepasst, und so hieß unsere Lösung auch 2002 noch „Budget 2000“. Das war nicht mehr so hip wie zu Beginn. Also tauften wir unsere CPM-Lösung um: in „Prophix“.

Von EPS bis Prophix: die Logo-Evolution

Warum wir uns ausgerechnet auf „Prophix“ geeinigt haben, ist leider keine sehr tiefsinnige Geschichte, sondern basierte auf einer ziemlich pragmatischen Herangehensweise.  Der Name war markenrechtlich leicht zu schützen und hat einige gute Assoziationen, z.B. mit  „Profit“, „Prophezeiung“ und „Fix“ (engl.) – allesamt Worte, die zum Thema CPM-Software passen.

Zeit für eine neue Strategie

Um 2002 beschlossen wir außerdem, uns voll auf den Mittelstand zu fokussieren – eine Entscheidung, die sich rückblickend betrachtet als goldrichtig erwiesen hat. In Summe beflügelten uns diese Entscheidungen und die damit verbundene Neuausrichtung. Wir erlebten ein rasantes Wachstum. Es war das erste Mal, dass wir konstant jeden Monat neue Kunden gewannen – ein tolles Gefühl. Auch das Internet, das wir als einer der ersten CPM-Anbieter aktiv zur Leadgenerierung nutzten, trug signifikant zu unserem Erfolg in dieser Zeit bei.

Da auch das Geschäft in den USA bestens lief, begannen wir, zusehends enger mit Partnern außerhalb Nordamerikas zusammenzuarbeiten. Dieses internationale Geschäft wurde über die Jahre immer wichtiger für uns und ich denke, die Einsicht, dass jeder Markt seine eigenen Regeln hat, hat uns sehr dabei geholfen, in den verschiedensten Ländern erfolgreich zu sein – nicht zuletzt dank lokaler Partner mit viel Erfahrung.

Technologische Sprünge

Prophix basierte damals noch auf der Pilot-Datenbank, doch diese war mittlerweile in die Jahre gekommen und hatte für Pilot keine strategische Bedeutung mehr. Wir mussten also unsere Optionen abwägen.

Nach einiger Überlegung entschieden wir uns, künftig auf Microsofts SQL Server Analysis Services zu setzen – eine Lösung, die im Mittelstand global weit verbreitet war und es auch noch heute, 10 Jahre später, ist. Das daraus resultierende große Prophix-Update erschien 2007. Neben dem Wechsel der Datenbank-Technologie brachte es auch eine vollständig überarbeitete Benutzeroberfläche.

Aus heutiger Sicht keine Augenweide mehr: Prophix kurz nach dem Umstieg auf Microsoft-Technologie (2008)
Aus heutiger Sicht keine Augenweide mehr: Prophix kurz nach dem Umstieg auf Microsoft-Technologie (2008)

Weitere Meilensteine in der Entwicklung waren Prophix 10, das wir 2010 veröffentlichten und das erneut für starkes Wachstum sorgte, sowie unser aktueller Release, Prophix Version 12. Dank des auf HTML5 basierenden Browser-Clients ist Prophix heute so zugänglich wie noch nie zuvor.

Die Reise geht weiter

Die letzten 30 Jahre waren eine faszinierende Reise. Von unseren Anfängen als kanadischer Distributor haben wir uns zu einem global agierenden Software-Entwickler und Dienstleistungsunternehmen entwickelt, das im Mittelstand zuhause ist und eng mit seinen Kunden zusammenarbeitet. Wir verstehen die Anforderungen der Anwender besser als je zuvor und entwickeln unsere Software so weiter, dass sie einen noch größeren Beitrag leisten kann, um heutige und zukünftige Probleme unserer Kunden zu lösen.

Auf all das bin ich stolz. Doch die vielleicht größte Errungenschaft der letzten drei Dekaden ist nicht greifbar: Unsere Firmenkultur. Die wenigsten unserer Mitarbeiter sind ähnlich lange mit dabei wie ich (einige waren 1987 noch gar nicht auf der Welt), doch sie alle tragen Tag für Tag dazu bei, etwas Besonderes zu schaffen. Dazu gehören auch Initiativen wie die unseres Corporate Social Responsibility-Bereichs, die von Mitarbeitern aus allen Hierarchie-Ebenen mitgetragen werden. Sie tragen großen Anteil daran, dass wir seit nunmehr drei Jahren in jedem Quartal, in dem wir unser Umsatzziel erreichen, einen prozentualen Anteil dieses Umsatzes für gemeinnützige Zwecke spenden. So kommen bis zu 30.000 kanadische Dollar pro Quartal einem guten Zweck zugute. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Programme, um uns alle dazu zu ermutigen, Freiwilligenarbeit zu leisten und einen kleinen, aber positiven Einfluss auf unsere Umwelt und unsere Mitmenschen auszuüben.

Prophix-Mitarbeiter bei "5 Days for the Homeless"
Einige meiner Kollegen haben letztes Jahr eine Nacht im Freien verbracht, um Spenden für eine Unterkunft für obdachlose Jugendliche zu sammeln.

Wer schon auf einer Prophix User Conference war, weiß, welch partnerschaftlichen und vertrauensvollen Umgang wir mit Kunden, Partnern und Mitarbeitern pflegen. Ja, wir entwickeln Software. Aber wenn mir die letzten 30 Jahre eines gezeigt haben, dann, dass auch das ein „people business“ ist.


Dieser Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt.

Paul Barber

Paul ist CEO und gemeinsam mit Bob Walker der Gründer von Prophix. In den letzten 30 Jahren war es seine Vision vom Software-Markt, die Prophix dazu befähigt hat, sich stetig weiterzuentwickeln. Unter seiner Führung ist aus einem kleinen Software-Distributor ein weltweit agierender Anbieter erstklassiger CPM-Lösungen geworden. Paul stammt ursprünglich aus dem Vereinigten Königreich und ist in seiner Freizeit passionierter Maler. Einige seiner Werke finden sich in unserer Zentrale in Mississauga.

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