Prophix-President und -COO Alok Ajmera
Prophix-President und -COO Alok Ajmera | Foto: Prophix

Prophix-Geschäftsführer im Profil: Wer ist Alok Ajmera?

Unter der Führung von Alok Ajmera hat sich Prophix in den letzten Jahren neu erfunden. Wie tickt der Mann, der aus einem kanadischen Nischen-Anbieter einen Global Player gemacht hat?

Früher begann ein typischer Arbeitstag für Alok Ajmera mit einem kleinen Ritual: Er parkte sein Auto vor dem Firmengebäude und blieb erst mal sitzen. In seinem Kopf ging er den anstehenden Tagesablauf durch – was es zu erledigen gab, mit wem er sprechen würde usw. Als er nach getaner Arbeit wieder an sein Auto zurückkam, hielt er ebenfalls kurz inne, um zu reflektieren. Das Ergebnis war jeden Tag dasselbe: Nichts war so gekommen, wie er es geplant hatte.

So mancher würde das als frustrierend empfinden, doch Alok kommt mit dieser Unvorhersehbarkeit gut klar. „Ich bin niemand, der sich für langfristige Routine erwärmen kann,“ erzählt Alok. „Software-Firmen entwickeln sich ständig weiter. Die hohe Geschwindigkeit, die dabei im Spiel ist, fasziniert mich. Ich liebe die Vorstellung, dass sich alles jederzeit verändern kann!“

Der Ingenieur und der Konstrukteur

Wie alle Menschen ist auch Alok nicht ohne Widersprüche – doch vielleicht sind es gerade diese Gegensätzlichkeiten, die ihn so interessant machen. Wer ihn kennt, weiß, dass er sehr gelassener Typ ist, sympathisch und bodenständig. Sobald es aber um die großen Ideen geht, ist er wie ausgewechselt. Dann weicht seine Ruhe einer Leidenschaft, einer fast kindlichen Energie, die sofort ansteckend ist. Darauf angesprochen, sagt er, dass in ihm zwei Rollen stecken: die des Ingenieurs, analytisch und rational, aber auch die des leidenschaftlichen Konstrukteurs: „Egal, was ich tue, ich hänge mich immer zu hundert Prozent rein. Es macht mir viel Spaß, intensiv zu arbeiten, kreativ zu sein und am Ende des Tages auf das Geleistete zurückzublicken.“ Konsequenterweise hat Alok deshalb nicht einen, sondern zwei Bachelor-Abschlüsse absolviert: einen in Wirtschaftsingenieurwesen und einen in Physikingenieurwesen.


Wissenswertes über Alok Ajmera

  • Seit Ende 2016 President und COO (d.h. Vorsitzender der Geschäftsführung) von Prophix
  • 36 Jahre alt
  • Verheiratet, 2 Töchter
  • Im Hinduismus bedeutet der Name Alok „Platz zwischen Himmel und Erde“
  • Zu seinen Hobbys zählen Lesen (Management-Bücher und Romane) und Reisen mit seiner Familie

Anfang 2004 trat Alok, damals noch frischgebackener Absolvent der McMaster University, seinen ersten Job bei Prophix an. Sein Arbeitsort hat sich in diesen 14 Jahren nicht geändert, seine Funktion dagegen gleich mehrfach. Wer sein LinkedIn-Profil besucht, muss ganz schön weit herunterscrollen, um all die Positionen zu sehen, die Alok seitdem bei Prophix innehatte. Man könnte meinen, er hätte von Anfang an auf diesen Aufstieg hingearbeitet. Weit gefehlt.


Video: Alok Ajmera spricht beim Prophix-internen Kick-Off-Event über die Zukunft

„Nach meinem Uni-Abschluss wollte ich für eine Software-Firma arbeiten, weil mich die ständige Weiterentwicklung und Veränderungsbereitschaft gereizt haben,“ erzählt Alok. „Witzigerweise habe ich mich damals auf eine Stelle beworben, die Lead Qualifier hieß – weil ich dachte, dass ich dabei mit der Entwicklungsabteilung zu tun hätte. Stattdessen ging es aber um Vertrieb. Letztendlich habe ich dann aber einen Posten als Consultant bekommen.“

Neue Chancen und ein Mentor

Wie viele Berufsanfänger hatte Alok eigentlich gar nicht vor, so lange bei derselben Firma zu bleiben. Dass es doch dazu kam, hatte vor allem zwei Gründe: Der erste waren die neuen Möglichkeiten, die sich ständig ergaben. Alok lernte die verschiedenen Seiten des Unternehmens kennen und konnte praktische Erfahrung mit den Chancen und Herausforderungen der jeweiligen Abteilungen sammeln. So war immer für Abwechslung gesorgt und Alok hatte bald eine ganzheitliche Sicht auf das Unternehmen, das er heute leitet.

Der zweite Grund für sein langlebiges Engagement bei Prophix war sein Mentor, Verne Meredith. Zum damaligen Zeitpunkt war Meredith COO bei Prophix. Mit seinen über 40 Jahren Erfahrung bei Technologie-Schwergewichten wie Oracle und Xerox trug er entscheidend dazu bei, Prophix zu dem zu machen, was es heute ist. Diesen Erfahrungsschatz behielt er jedoch nicht für sich, sondern nahm Alok unter seine Fittiche.

Er ist ihm heute noch dafür dankbar: „Es war einfach großartig, mit Verne zusammenzuarbeiten. Ich hatte riesiges Glück, einen so guten Mentor zu finden. Wir haben sechs Jahre zusammengearbeitet und es kommt mir vor, als hätte ich dabei die Erfahrung aus 20 Jahren gesammelt. Er hat mir alles beigebracht, was er in vier Dekaden durch Erfolge und Fehlschläge gelernt hatte“, erzählt Alok.

Herausforderungen und Möglichkeiten

Ein Produkt für den weltweiten Einsatz zu entwickeln und ein internationales Unternehmen zu lenken, sind denkbar knifflige Aufgaben. Im hart umkämpften CPM-Software-Markt gilt das gleich doppelt: Es gibt nicht nur zahlreiche Mitbewerber, sondern viele davon haben auch noch externe Geldgeber. All diese Herausforderungen bereiten Alok dennoch keine schlaflosen Nächte: „Ich glaube an das, was wir tun,“ sagt er. „Das macht es so besonders für mich. Und ohne diese Überzeugung könnte ich nicht so leidenschaftlich arbeiten.“

Alok Ajmera im Gespräch mit einem Kollegen beim Prophix-Kick-Off, Anfang 2018
Alok Ajmera im Gespräch mit einem Kollegen beim Prophix-Kick-Off, Anfang 2018

Das bekommen nicht nur seine Kollegen in Mississauga zu spüren, sondern auch die Prophix-Kunden. Alok lässt es sich nicht nehmen, bei jeder Ausgabe der jährlich an wechselnden Orten (2020 übrigens in Miami) stattfindenden nordamerikanischen Prophix User Conference teilzunehmen, zahlreiche Hände zu schütteln und mit möglichst vielen Kunden ins Gespräch zu kommen. Wenn er darüber spricht und erklärt, er komme sich dort jedes Mal vor wie auf einer Familienfeier, kann man sich die positive Energie dieses Events ziemlich gut vorstellen.

Generell wird im Gespräch mit Alok schnell klar, dass er stets mit gutem Beispiel vorangehen möchte – und er in dieser Rolle auch Prophix als Unternehmen sieht. Passend hierzu eine kleine Anekdote, die er im Rahmen unseres Interviews erzählt hat:

„Letztes Jahr habe ich unser Führungsteam bei einer Besprechung gebeten, für einen Moment die Augen zu schließen und sich die Zukunft von Prophix vorzustellen. Als wir dann alle die Augen wieder aufgemacht und unsere Visionen vorgestellt haben, hat keiner von uns über CPM oder Software gesprochen. Es ging allen nur um die weichen Eigenschaften des Unternehmens, zum Beispiel, dass allen die Arbeit Spaß macht… dass wir leidenschaftliche und befähigte Mitarbeiter haben, langfristige Partnerschaften mit Kunden und Partnern, einen Fokus auf Innovation. Und, dass wir in der Welt etwas bewirken. Bei dieser Übung ging es nicht bloß darum, als Ergebnis eine To-Do-Liste zu haben. Wir wissen jetzt, dass wir alle einer Meinung sind – nicht beim Was, sondern auch beim Warum. Und so gestalten wir die Zukunft von Prophix mit.“


Dieser Artikel basiert auf einem Interview, das von Mie Andersen (Prophix Europe) auf Englisch geführt wurde. Letzte Aktualisierung: 11.12.2019

Michael Kreibohm

Michael Kreibohm hat Anglistik und BWL in Stuttgart und St. Louis studiert. Seit Kindestagen ist er von Software begeistert und arbeitet seit 2012 im BI/CPM-Markt. Als Marketing Manager für die DACH-Region kümmert er sich darum, die Interaktion mit allen Prophix-Zielgruppen im deutschsprachigen Raum zu fördern.

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