Ab in die Cloud: ein guatemaltekisches Sneaker-Geschäft macht vor, wie es geht

Cloud-Computing: Über den Wolken

Alle Welt spricht von der Cloud, aber der größte Vorteil geht dabei komplett unter, meint Prophix-President & -COO Alok Ajmera. Weshalb Cloud-Computing bahnbrechender ist, als Sie ahnen – und was Sneaker damit zu tun haben.

Dises Jahr war ich zum ersten Mal in Spanien, genauer gesagt in Sevilla (grandiose Stadt übrigens! Muss man gesehen haben.). So schön das sicher gewesen wäre, ich war nicht dort, um Urlaub zu machen. Der Grund meiner Reise war der jährliche Sage Partner Summit – der erste seit dem Start unserer „Rockstar“-Partnerschaft mit Sage.

Von den vielen spannenden Reden, die ich dort gehört habe, hat eine ganz besonders viel Eindruck auf mich gemacht – die von IDC-Analyst Philip Carter. Das lag zum einen daran, dass es in seiner Rede um eines meines Lieblingsthemen ging (die Cloud) und zum anderen daran, dass ich meine eigene Sicht der Dinge komplett in seinem Vortrag wiedergefunden habe. Er hat mir quasi aus der Seele gesprochen, und das auch noch besser, als ich es je selbst hätte tun können. Grund genug für mich, Ihnen jetzt zu erklären, was es damit auf sich hat.

Was Sie über die Cloud wissen, ist nur die halbe Wahrheit

Cloud-Computing ist mittlerweile eine etablierte Technologie, deren Vorteile man bislang in etwa so zusammenfassen konnte:

  1. einfach,
  2. günstig,
  3. skalierbar und
  4. erfordert keine eigenen IT-Ressourcen.

Für Sie ist das vielleicht alles Schnee von gestern, aber für viele andere ist das nach wie vor ziemlich erstaunlich. Die Cloud macht Technologie viel leichter zugänglich. Sie hat komplett neue Geschäftsmodelle und Vertriebsformen entstehen lassen. Statt wie bisher üblich eine große Einmalzahlung zu tätigen, können Sie heute ganz bequem x Euro pro Benutzer im Monat zahlen. Dieses Prinzip der technology on demand ist deutlich bedarfsgerechter.

Das alles hat die Cloud ermöglicht, und das ist ziemlich bemerkenswert. Auf Englisch würden wir sagen, die Cloud ist ein echter game changer. Trotzdem gibt es einen wesentlichen Vorzug dieser Technologie, der bislang kaum Beachtung gefunden hat. Umso mehr habe ich mich gefreut, als er vom eingangs erwähnten Philip Carter genannt wurde: In der Cloud können mehrere Technologien in einer Art und Weise miteinander verbunden werden, die bisher (d.h. On-Premises) schlicht unmöglich war. (Daraus ergibt sich übrigens eine interessante Schlussfolgerung: Cloud-Computing ist eine Basistechnologie.)

Dasselbe Ziel (d.h. mehrere Technologien miteinander zu kombinieren) haben traditionell Software-Suiten verfolgt. Allerdings haben sie entscheidendes Problem: Alles steht unter der Regie eines einzigen Anbieters. Und entgegen der ziemlich optimistischen Vorstellung, dass der „alles aus einer Hand“-Ansatz zwangsläufig zu einem Softwarepaket führt, das alle Herausforderungen elegant löst, weil alles perfekt ineinandergreift und aufeinander abgestimmt ist, sieht die Realität in aller Regel leider entschieden anders aus: Software-Anbieter erweitern durch Zukäufe ihr Portfolio und versuchen hinterher, die getrennt voneinander entwickelten Lösungen (die allesamt auf unterschiedlichen Codes basieren) irgendwie zusammenzubringen.

Deutlich zukunftsfähiger ist der „Best of Breed“-Ansatz: Hierbei suchen Sie sich für jedes Problem die Komponente aus (von welchem Hersteller auch immer), die es am besten löst. Im zweiten Schritt sorgen Sie dann dafür, dass diese Anwendungen miteinander harmonieren. Und genau hier kommt die Cloud ins Spiel, denn dieser nicht ganz unwesentliche Schritt lässt sich mittels Cloud-Technologie um ein Vielfaches einfacher bewältigen als On-Premises.

Die guatemaltekische Kunden-Entführung

Um das zu verdeutlichen, möchte ich auf das Beispiel zurückgreifen, das Philip auf der Konferenz in Sevilla verwendet hat: „Meat Pack“, ein trendiges Sneaker-Geschäft aus Guatemala, setzt in seiner neuesten Marketingkampagne (benannt „Hijack“, also „Entführung“) auf sehr innovative Technologie.

Mittels GPS-Tracking erkennt die Smartphone-App von Meat Pack den jeweiligen Standort potenzieller Kunden. Wenn ein Kunde nun den Laden eines Mitbewerbers betritt, wird durch die App eine Benachrichtigung mit Rabatt-Countdown ausgelöst. Dieser Countdown beginnt bei 100% Rabatt, der sich pro Sekunde um 1% reduziert. So wird der potenzielle Kunde dazu aufgefordert, das Konkurrenz-Geschäft zu verlassen und sich schnellstmöglich zu einem „Meat Pack“-Geschäft zu begeben, um den höchstmöglichen Rabatt zu ergattern. Genial! Es gab tatsächlich einen Kunden, der schnell genug war, um einen Rabatt von 87% zu erhalten, was der bisherige Rekord ist.

Ich liebe dieses Beispiel, weil es eine wirklich kreative Anwendung des Prinzips zeigt: Verschiedene Technologien werden zusammengebracht, um dem Kunden ein innovatives Erlebnis zu bieten.

Fazit

Was heißt das jetzt für Sie und Ihren Geschäftsalltag? Falls Sie vorhaben, im Sinne des „Best of Breed“-Ansatzes verschiedene Lösungen miteinander zu kombinieren, kann ich Ihnen folgenden Tipp geben: Denken Sie weniger an die Unternehmensanwendungen, die Sie aktuell im Einsatz haben – denken Sie an die wirklich großen, disruptiven Zukunftstechnologien, zum Beispiel künstliche Intelligenz (KI).

Warum? Ganz einfach: KI wird die Finanzfunktion auf den Kopf stellen, und zwar früher, als Sie glauben. Als Leiter Finanzen oder Leiter IT sollten Sie sich deshalb definitiv darauf einstellen, dass sich Ihre Arbeitsweise ändern wird. Und damit Sie in Zukunft von den neuesten KI-Lösungen profitieren können, werden Sie die Cloud nutzen müssen.

Auch bei Prophix wollen wir mithelfen, die Funktionsweise der Finanzabteilung und des Controllings grundlegend zu verändern. Ein Stück weit haben wir das bereits getan, indem wir für unsere Kunden zahlreiche Prozesse optimiert und automatisiert haben. Momentan arbeiten wir daran, diesen Bereich weiter zu verbessern, unter anderem auch durch die Einbeziehung von KI-Technologie. Das heißt nicht, dass wir unsere eigenen KI-Technologien entwickeln und im Wettstreit mit Google, Amazon und Co. stehen werden. Wir werden aber sehr wohl verschiedene Technologien in der Cloud zusammenführen, um unseren Kunden ein innovatives Erlebnis zu bieten.

Wir befinden uns bei Prophix gerade in einer unheimlich spannenden Phase.


Dieser Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt.

Alok Ajmera

Alok Ajmera arbeitet seit 2004 bei Prophix und ist seitdem von Consultant zum President & COO aufgestiegen. In seiner aktuellen Position ist er dafür verantwortlich, dass sämtliche aktuelle und zukünftige Kunden, Partner und Mitarbeiter weltweit einprägsame und positive Erlebnisse mit dem Unternehmen und seinen Produkten haben. Alok ist für seine positive Energie und seinen Enthusiasmus bekannt und ein prägt mit seinen visionären Ideen Prophix auf allen Ebenen.

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